Knapp zwei Wochen nach Ende der sehr erfolgreichen Europameisterschaften für Kleinkalibergewehr in Kroatien stellt sich das österreichische Team mit dem ISSF Weltcup in München bereits der nächsten Herausforderung. Als zweite von insgesamt vier Stationen der ISSF Weltcupserie 2026 werden in München vier ÖSB-PistolenschützInnen, sowie 14 GewehrathletInnen an den Start gehen. Dabei geht es neben den Weltcup-Platzierungen vor allem um die Qualifikation für die diesjährigen Weltmeisterschaften Anfang November in Doha, bei der die ersten Quotenplätze für die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028 vergeben werden.
Für Tirol starten in den Gewehrdisziplinen Jasmin Kitzbichler (SG Thierberg – Luft- und Kleinkalibergewehr) und Olivia Hofmann (SG Hötting – Kleinkalibergewehr), sowie Patrick Entner (SG Breitenbach – Luftgewehr) und Andreas Thum (SG Fügenberg – Kleinkalibergewehr). Die Olympia-Fünfte von Paris 2024, Nadine Ungerank, nimmt als RPO-Schützin (Ranking Points Only für die Weltrangliste) am 3×20 Dreistellungsmatch mit dem Kleinkalibergewehr teil.
Der ISSF Weltcup auf der Olympiaschießanlage München/Hochbrück stellt regelmäßig eine Besonderheit im ISSF-Weltcup-Zirkus dar. Bei keinem Event dieser Kategorie sind so viele SchützInnen am Start – heuer 723 aus 85 Nationen, die 1229 Starts absolvieren. Durchschnittlich stehen die AthletInnen in ihrer Disziplin dabei doppelt so vielen KontrahentInnen gegenüber als gewohnt. Entsprechend hoch ist die Leistungsdichte und entsprechend hart die Qualifikation.

Dem Luftgewehrbewerb der Männer stellten sich 148 Weltklasseathleten. Bei erwartungsgemäß hoher Leistungsdichte führte den Grunddurchgang Changhong Zhang (CHN) mit 636,3 Ringen an. Für das Finale waren 632,5 Ringe erforderlich. Am nächsten dieser Qualifikationsmarke kam der Jüngste im Team: Junior Patrick Entner (SG Breitenbach) erkämpfte sich mit konstant guten Serien starke 630,6 Ringe und erreichte damit Rang 23. Dicht dahinter kam der zweimalige Olympiateilnehmer Martin Strempfl mit 629,8 Ringen auf den 31. Platz und Patrick Diem sicherte sich mit Rang 40 (628,9) ebenfalls eine Platzierung im vorderen Drittel dieser hochkarätigen Konkurrenz. Thomas Mathis wurde 84. und Dominic Einwaller (SG Sportschützen Scheffau) belegte den 116. Platz.
Im 3×20 Dreistellungskampf der Frauen nahmen 112 Athletinnen an der Elimination teil, bei der nur die 70 besten in die Qualifikation vorrücken. Dies gelang aus österreichischer Sicht nur Verona Fölzer, die im anschließenden Grunddurchgang Platz 64 erzielte.

Am Donnerstag, dem dritten Wettkampftag, fiel in München die Entscheidung im Bewerb Luftgewehr der Frauen. Hier kam das beste Ergebnis von Jasmin Kitzbichler mit Rang 37. Mit einem starken Beginn machte es Kitzbichler zwischenzeitlich spannend. Die Tirolerin rangierte mit hervorragenden Ergebnissen in der ersten (106,5) und dritten (105,6) Serie zur Halbzeit unter den besten 20 Schützinnen dieser hochkarätigen Konkurrenz, an der 146 Athletinnen teilnahmen. Für ein Resultat ganz vorne fehlte der 27-Jährigen am Ende jedoch die Konstanz. Kitzbichler beschloss die Qualifikation mit 629,4 Ringen als 37.
Im 3×20 Dreistellungskampf der Männer wurden in München zunächst die Eliminationsdurchgänge ausgetragen. In zwei Durchgängen wurden die jeweils 35 besten Athleten bestimmt, die sich am Folgetag der Qualifikation stellen durften.
Für Tirol ging Andreas Thum (SG Fügenberg) an den Start und brachte in der ersten Eliminationsrunde gesamt 577 Ringe auf die Scheibe. Dies brachte dem Zillertaler den 42. Rang ein, womit Thum den Einzug in die nächste Runde leider verpasste. Für die Qualifikation wären mindestens 581 Ringe erforderlich gewesen.
Aus österreichischer Sicht konnte der Niederösterreicher Alexander Schmirl als bester ÖSB-Athlet in das Finale einziehen und dort den achten Gesamtrang erreichen.
Am Samstag wurden im Zuge des ISSF Weltcup in München-Hochbrück zum Abschluss die Mixed Teambewerbe mit dem Luftgewehr durchgeführt. Mit Jasmin Kitzbichler / Patrick Entner, sowie Marlene Baumgartner / Martin Strempfl gingen zwei österreichische Teams an den Start. Sowohl Kitzbichler als auch Entner konnten mit 315,6 bzw. 314,8 Ringen gute Resultate erzielen und mit gesamt 630,4 Ringen den 12. Gesamtrang erzielen. Damit gelang den beiden Tirolern das beste Ergebnis aus österreichischer Sicht, wobei nur 2,4 Ringe auf einen Einzug in das Finale der besten vier Duos und damit die Medal Matches fehlten.
Als nächstes großes Event stehen die ISSF Weltmeisterschaften für JuniorInnen in Suhl (GER) von 16. – 26. Juni auf dem Programm, gefolgt von ISSF Weltcup Nr. 4 von 20. – 29. Juli in Hangzhou (China).
Bericht: Anna-Susanne Paar
Bilder: ÖSB
